History
Vollständige Bekenntnisschriften
Vollständiger Leitfaden zu den protestantischen Bekenntnissen.
Vollständige Bekenntnisschriften.
Ein Glaubensbekenntnis ist ein formales Lehrdokument, das die Überzeugungen einer Kirche ausdrückt. Die großen protestantischen Bekenntnisschriften des 16. und 17. Jh. bilden die Grundlage der konfessionellen Theologien.
| Bekenntnis | Jahr | Tradition | Hauptpunkte |
|---|---|---|---|
| Augsburger Bekenntnis (CA) | 1530 | Lutherisch | Zwei Kennzeichen der Kirche (Art. VII), Rechtfertigung, Sakramente. |
| Heidelberger Katechismus | 1563 | Reformiert (Pfalz) | Trostbuch der Reformierten. Weit verbreitet. |
| Westminster Bekenntnis | 1647 | Presbyterianisch | Schottisch/englischer Presbyterianismus. TULIP + Bundestheologie. |
| Formel der Eintracht | 1577 | Lutherisch | Streitigkeiten nach Luther. Einheit der lutherischen Bekenntnisse. |
📜 CA VII
Was sind die zwei Kennzeichen der wahren Kirche nach CA VII?
↩
✓
Reine Predigt des Evangeliums + Sakramente nach der Einsetzung Christi. Augsburg, 1530.
📖 Heidelberg
Was ist der Heidelberger Katechismus (1563)?
↩
✓
Reformiertes Bekenntnis in Frage-Antwort-Format. Schlüsselfrage: "Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?" — Ich gehöre Christus.
Pour définir la foi réformée, instruire les fidèles, et unifier les Églises doctrinalement. Normatives mais secondaires — soumises à l'Écriture.
Vollständige Bekenntnisschriften
1 questions
Q1/1
Was ist das erste lutherische Bekenntnis?
💡
Das Augsburger Bekenntnis (CA, 1530) ist das erste systematische lutherische Bekenntnis.Score
Grundlegende Unterscheidung: antike Symbole und protestantische Bekenntnisse
Die Geschichte der normativen Texte des christlichen Glaubens ist um eine grundlegende konzeptuelle Unterscheidung organisiert, die wichtig zu verstehen ist, um zwei sehr verschiedene literarische und theologische Genres nicht zu verwechseln:
Die zwei nicht zu verwechselnden Kategorien
- Die ökumenischen Symbole der Antike (die ersten Glaubensbekenntnisse) — entstanden in den ersten vier Jahrhunderten der Kirche (II.–V. Jh.) vor jedem strukturierenden Schisma. Sie werden gemeinsam von Römisch-Katholiken, Orthodoxen, Anglikanern und der Gesamtheit der Protestanten empfangen. Es handelt sich um christologische und trinitarische Texte, strukturiert um das Taufbekenntnis.
- Apostolisches Glaubensbekenntnis (Endform VIII. Jh., Wurzeln II.–IV. Jh.)
- Nizäno-Konstantinopolitanisches Glaubensbekenntnis (325, vervollständigt 381)
- Athanasianisches Glaubensbekenntnis oder Quicumque vult (V.–VI. Jh.)
- Definition von Chalcedon (451) — christologischer Schlüssel
- Die protestantischen Glaubensbekenntnisse — entstanden ab der Reformation des 16. Jahrhunderts, um die spezifische doktrinale Identität jeder protestantischen Tradition zu definieren. Es handelt sich um denominationelle Texte im starken Sinne, die nur die Kirchen verpflichten, die sie empfangen.
- Lutherische Bekenntnisse (1530–1580) — Augustana, Apologie, Schmalkaldische Artikel, Kleiner und Großer Katechismus, Konkordie 1577; im Liber Concordiae (1580) zusammengefasst
- Reformierte Bekenntnisse — Helvetica (1536, 1566), Gallicana (1559/1571), Belgica (1561), Heidelberg (1563), Dort (1618–1619), Westminster (1647)
- Anglikanische Bekenntnisse — 39 Artikel (1571), Katechismus des Book of Common Prayer
- Anabaptistische Bekenntnisse — Schleitheim (1527), Dordrecht (1632), Londoner Baptistenbekenntnis (1689)
- Methodistische Bekenntnisse — 25 Artikel John Wesleys (1784)
Strukturelle Unterscheidung: die antiken Symbole sind ekklesiologisch universale Texte — sie definieren, was ein Christ schlechthin ist. Die protestantischen Bekenntnisse sind ekklesiologisch partikulare Texte — sie definieren, was ein Christ lutherisch, reformiert, anglikanisch, anabaptistisch oder methodistisch ist. Die protestantische Theologie empfängt also zwei verschiedene Korpora: die antiken Symbole als norma normata (für alle gültig) und die protestantischen Bekenntnisse als norma normata particularis.
📚 Weiterfuhrende Literatur
Wichtige Referenzwerke
📚 Theologische Schlusselterme
Sola Scriptura
lat. — allein die Schrift
Die Schrift ist die oberste Norm fur Lehre und Praxis — autark und klar. Gegen die kath. Ko-Normativitat von Schrift und Tradition.
Rm 15,4 ; 2 Tim 3,16Rechtfertigung
gr. δικαίωσις
Der Akt, durch den Gott den Sunder durch den Glauben an Christus fur gerecht erklart. Forensisch (prot.) vs. transformativ (kath.).
Rm 3,28 ; Gal 2,16Gnade
lat. gratia
Gottes freies Wohlwollen gegenuber Sundern. Sola gratia: Das Heil ist allein Gottes Geschenk.
Eph 2,8-9 ; Rm 11,6Bibliography / Bibliographie / Bibliografia
Reformation confessions -- primary sources
- Augsburg Confession (1530). BC.
- Apology of the Augsburg Confession (1531). BC.
- Smalcald Articles (1537). BC. LW 41.
- Formula of Concord (1577). BC.
- Heidelberg Catechism (1563). Schaff III.
- Second Helvetic Confession (1566). Schaff III.
- French Confession (La Rochelle, 1559). Schaff III.
- Scots Confession (1560). Schaff III.
- Belgic Confession (1561). Schaff III.
- Canons of Dort (1619). Schaff III.
- Westminster Confession (1647). Schaff III.
Catechisms
- Luther's Small Catechism (1529). BC.
- Luther's Large Catechism (1529). BC.
- Calvin. Catechism of Geneva (1542/1545). CO 6.
- Roman Catechism (1566).
- Catechism of the Catholic Church (1992).
- Westminster Larger and Shorter Catechisms (1648).
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